Montag, 9. Januar 2012

Der lange Abschied, vor dem Abschied!

Diese Geschichte fängt mit einem "geklauten" Titel an: "Der lange Abschied vor dem Abschied", existiert schon als Buchform( ich lese es nicht, denn ich habe meine eigene Geschichte). Die Geschichte einer Frau, die ihre demenzkranke Mutter begleitete.


Ich habe nach einem alternativen Titel gesucht, fand aber diesen genau passend!  Ich erzähle euch ebenfalls meine Geschichte, Eindrücke, meine Trauer und Freude mit meiner an Demenz erkrankten Ma, - jedoch mit einem grossen Unterschied: Meine Mutter lebt in meiner Familie und nicht, wie in dem erwähnten Buch, im Altersheim.

Eigentlich will ich chronologisch vorgehen und euch die Geschichte von Anfang an erzählen, mal sehen ob das klappt, aber es passieren so viele Dinge, so das ich euch, je nach Stimmungslage und Gemütsverfassung, davon berichten werde.


Warum mache ich die Geschichte öffentlich? Ich weiss es nicht! Vielleicht weil meine Seele manchmal weint und ich mich mit dem UNABWENDBAREN noch nicht abfinden kann!


Begonnen hat alles, nachdem meiner Ma  ihre Wohnung gekündigt wurde, weil die Eigentümer das Haus verkauft hatten und wir verzweifelt eine Alternative suchten. Auch das Altersheim kam zur Sprache, aber ich war- und bin es immer noch-, der Meinung, wenn man fit genug ist um sich eigenverantwortlich zu versorgen, sollte man in den eigenen vier Wände leben.
Eine neue Wohnung im Alter zu finden, ist nicht ganz leicht. Eigene Wünsche des Menschen wollen berücksichtigt werden. Die Lage war uns sehr wichtig, denn sie sollte ganz in meiner Nähe sein, aber auch daran zu denken, wenn sie sich nicht mehr so gut bewegen kann, nicht zu viele Barrieren zu bewältigen.
Meiner Mutter gefiel eigentlich keine Wohnung. Der Schock das sie ihr Heim verlassen musste  saß  tief, ich hätte ihr ein Schloss mietefrei anbieten können und es hätte ihr nicht gefallen. Die Zeit der Wohnungsuche war nicht leicht - in psychischer Hinsicht, auch für mich!
Ich war verzweifelt bemüht meiner Ma ein passendes Objekt zu präsentieren und gleichzeitig ihr Mut für den neuen Lebensabschnitt zu machen, aber sie hat in dieser Zeit schon sichtlich körperlich abgebaut.
Meine hin und wieder auftretende Ohrgeräusche, habe ich gänzlich beiseite geschoben. Wichtig war jetzt meine Mutter und das sie wieder neuen Lebensmut bekommt.
Ich fand die passende Wohnung, jedenfalls nach meiner Meinung. Nur eine Stufe bis zur Wohnungstür und als Nachbarn eine Homöopathische Praxis. Einen Balkon, der aber nicht zu erklettern war, das war meiner Ma wichtig und mit einer schönen Raumaufteilung. Der Mietpreis lag noch im machbaren und vor allem war die Wohnung nur 5 Gehminuten von mir entfernt - ideal!
Die Besichtigung war eigentlich ein Desaster. Meine Mutter würdigte die Wohnung keines Blickes, während ich schon in Gedanken ihre Möbel platzierte. Ich merkte, da war noch Diskussionbedarf und so bat ich den Eigentümer um ein paar Tage Bedenkzeit.


Nachdem ich mit meiner Mutter alle Vor-und Nachteile besprochen hatte und die Vorteile bei weitem überwogen, wollte sie die Wohnung nehmen. Aber da hatte ich "die Rechnung ohne den Wirt gemacht"!



Kommentare:

  1. Ich bin auf den zweiten teil gespannt. ich habe mal so nachgedacht wie es weiter gehen könnte mit deinem zweiten teil und ob ich mit meiner vermutung etwas richtig liege. hoffentlich wird das nicht gar so traurig...
    vlg, birgit

    AntwortenLöschen
  2. Ich finde es schön und mutig, deine Geschichte aufzuschreiben. Ich persönlich habe mit Demenz noch keine Erfahrung gemacht, aber ich finde es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, denn es kann uns selbst und ihre Liebsten auch treffen.

    Wie alt ist denn deine Mutter, wenn ich fragen darf?

    AntwortenLöschen
  3. Aha... Nachtigall ick hör dir trapsen!?
    Aber ich finde es prima... dass du dich dazu entschieden hast!
    Einmal "muss" es einfach sein!
    Nb:
    Du hattest dich zwar bei mir eingetragen... aber auch schon einmal ein Blick hineingeworfen??? He???
    Ein kurzes „Lebenszeichen“ würde mich anspornen weiterzumachen...
    LG

    AntwortenLöschen
  4. viel tekst, aber ganz gelesen, neugierig auf die vortsetzung:)

    AntwortenLöschen
  5. Ich war kürzlich genau in der gleichen Situation...meine Mama wurde auch dement, aber keines der Altenheime hat ihr zugesagt; im Gegenteil. Es war wirklich eine total traurige Angelegenheit, aber hoffentlich nur eine Sache, an die man sich gewöhnen muss :(

    AntwortenLöschen
  6. Liebe TinnyMey...
    ich kann mir gut vorstellen wie traurig/schön die Zeit mit deiner Mama ist und ich finde es gut, das du dir deine Gefühle von der Seele schreibst. Es ist wahrlich nicht einfach einen Demenzkranken zu pflegen noch dazu wenn es die eigene Mama ist. Ich kann dir und deiner Familie nur den höchsten Respekt zollen und dir ganz viel Kraft für diese schwere Bürde wünschen.
    Liebe Grüße, die Jurika

    AntwortenLöschen
  7. Ohje...genau die gleiche Situation haben wir gerade mit meiner lieben Omi. Ihre Wohnung ist viel zu groß für sie, zu uns kann und will sie nicht, ein Altenheim kommt absolut nicht infrage, obwohl einige ihrer Freunde zusammen in einem Heim leben. Betreutes Wohnen oder eine kleinere Wohnung ebenfalls nicht. Nicht mal eine Putzfrau (die sie schon lange kennt, die sehr viel Erfahrung mit alten Menschen hat und die wirklich vertrauenswürdig ist) will sie nicht. Währenddessen geht meine Mutter dabei auf dem Zahnfleisch und ich kann leider Gottes auch nicht so viel helfen, wie ich gerne würde und vielleicht auch sollte :(

    Wirklich schwierig. Wir haben leider den Zeitpunkt für die kleine Wohnung (mit klarem Verstand) verpasst...nun haben wir den Salat :/

    Das alles macht mich wirklich traurig.
    Auf der anderen Seite gibt mir deine Story gerade irgendwie das Gefühl, nicht alleine mit dieser Wendung im Leben zu sein.

    Danke Tinny!

    AntwortenLöschen
  8. Tinny,
    meine Eltern leben schon seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Als wir ein neues Haus bauten, sind sie bei uns eingezogen (ins Dachgeschoss) und mein Papa ist auch hier im Haus gestorben, meine Mutter leider im Krankenhaus.
    Auch wenn die Zeit der 'Pflege' oder auch die Zeit der 'Hilfe' schwer ist, so kann man doch ein kleines bißchen davon zurückgeben, was man als Baby, Kind und Jugendlicher von den Eltern bekommen hat. Ich weiß zwar nicht, wie deine Geschichte weitergeht, aber allein, dass du da bist für deine Mutter und ihr hilfst oder versuchst zu helfen, finde ich schon toll!
    L. G.
    Moni

    AntwortenLöschen
  9. Ist wahrscheinlich der richtige Weg seine Seele zu befreien...

    Bemerkenswert angefangen, kann mir auch denken was folgen wird, aber bin gespannt wie es weitergeht.

    Einfach ist es bestimmt nicht, weiß nicht ob ich es könnte, aber Gott sei Dank stehe ich noch nicht vor dieser Entscheidung.

    Liebe Abendgrüße *drückdich*

    AntwortenLöschen
  10. Danke für Deinen netten Kommentar bei mir!
    Deine Geschichte berührt mich sehr - habe da auch in den letzten Jahren so meine Erfahrung gemacht, wenn die Eltern alt werden....
    Werde in Deinem Blog bleiben, und Deine Geschichte weiter lesen.
    Ganz liebe Grüße
    Gisela

    AntwortenLöschen
  11. Liebe Tinny,
    das sind Geschichten, die das Leben schreibt. Vielleicht hilft es dir ja ein wenig, wenn du alles aufschreibst.
    LG Sabine

    AntwortenLöschen
  12. da bin ich ja gespannt wie das weitergeht :)

    AntwortenLöschen
  13. Ich kann (ein Glück) nicht wirklich mitreden, aber Seele befreien ... das ist gut!
    Ich drück Dich!

    Alles Liebe,
    Sonja

    AntwortenLöschen
  14. Tinny, warum du es hier schreiben musst? Nicht nur um deine Seele zu befreien, sondern wir sind auch ein Teil deiner Familie. Wir wollen an deinem Glück, Spaß und auch Leid teilhaben.

    So ergeht es mir zumindest!

    *gespannt wartet*

    LG *knuddl*
    Bammy

    (PS.: Merkste wat? Ich bin wieder aktiver!)

    AntwortenLöschen
  15. Schreiben kann schon etwas Befreiendes haben. Die Auseinandersetzung mit deiner Mutter kostet viel Kraft ... und ich hoffe dass im nächsten Teil jemand auftaucht, der dich unterstützt ...

    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für die Zeit, die du dir für mich nimmst!