Freitag, 10. Februar 2012

Unser Gesundheitssystem kränkelt nicht!

NEIN! Unser Gesundheitssystem liegt im Sterben!!!!
In letzter Zeit habe ich leider, leider........immer wieder erleben müssen, dass es mit der Versorgung eines Kranken, nicht zum Besten steht.


Es fängt beim Hausarzt an, der es nicht für nötig hält, einen Blick auf den Patienten zu werfen, sondern telefonisch sagt, da müsse der Krankenwagen gerufen werden. Und es setzt sich im Krankenhaus fort, wo man den Kranken ganz schnell wieder loswerden will...ohne Rücksicht auf Verluste. Oder die andere Seite der Medaille.......wo mit einer Laaaangsaaaamkeit endlich die Versorgung beginnt und die Krankenschwester lieber dem Arzt "heisse" Blicke zuwirft, als mit ihrem Fachwissen alles Nötige einzuleiten!!!!


Ihr glaubt mir nicht? Bitte, hier ist mein Bericht! Und der ist noch nicht einmal vollständig, denn dass im Behandlungszimmer nicht mal Verbandszeug und Schere lagern, habe ich garnicht erwähnt!

Wer mit dem Krankenwagen abgeholt und in die Klinik gebracht wird, wird sofort medizinisch betreut. Merkt euch das, denn wenn ihr von einem Angehörigen ins KH gebracht werdet, könnt ihr euch unter Umständen auf eine lange Wartezeit einstellen!!!!!

Meine Mutter musste nach einem Sturz und oben genannter telefonischer "Diagnose", ins Krankenhaus. Die Untersuchungen dauern nach meiner Erfahrung mindestens  1 Stunde....ich habe es schon öfters erlebt!
Ich ließ mir also Zeit um Sachen zu packen und ins KH zu fahren. Dort angekommen saß meine Ma im Rollstuhl, nur mit Nachthemd und Bademantel bekleidet, auf dem kalten Flur und dämmerte vor sich hin. Ihre nackten Beine waren schon eiskalt und sie fröstelte.
Ich hatte mich kaum zu ihr gebeugt, erschienen 2 Schwestern und jammerten, sie hätten mich schon 5x angerufen, damit ich die Mutter abhole und man hätte sie schon mit dem Krankenwagen nach Hause gefahren, aber keiner war da! Ja wie auch...?? In der Zeit war ich schon unterwegs.
Ich war so überrascht über die kurze Untersuchung und den fragwürdigen Empfang, dass ich ganz vergaß mich zu beschweren, weil man die alte Dame ohne Decke auf den Gang geschoben hatte.
Dann wollte ich meine Ma anziehen, um sie nach Hause zu bringen, aber man wimmelte mich ab mit den Worten: "Sie können sie so mitnehmen...fahren sie ihr Auto vor den Eingang und bringen sie den Rollstuhl wieder!"
Diese Stunde im zugigen Krankenhausflur ist meiner Mutter nicht gut bekommen...fast 14-Tage litt sie unter schlimmen Husten!

Ein Unglück kommt selten allein. Die nächste Nothilfe mussten wir vor 14 - Tagen in Anspruch nehmen. 
Mein Sohn verbrühte sich die Hand über heißem Wasserdampf. Die Haut kräuselte sich von den Fingern und das Fleisch darunter wurde sichtbar.
Die Hand in einer Schüssel mit kaltem Wasser, brachte ich ihn ins Krankenhaus. Wir waren die Einzigen in der Notaufnahme und trotzdem dauerte es eine Ewigkeit bis sich eine Schwester zu uns bemühte. Sie warf nur einen kurzen Blick auf die verbrannte Hand und beorderte uns ins Untersuchungszimmer. Noch bevor sie den Arzt anrief wollte sie die Krankenkassenkarte sehen. Die hatten wir natürlich vergessen. Sie rollte mit den Augen und sagte:" Dann muss ich ja alle Angaben per Hand eingeben." 
Oha....das dauerte! In der Zeit wollte ich das nur noch laue Wasser gegen kaltes Wasser tauschen, aber keiner der 2 Wasserhähne "spuckte" kaltes Wasser aus, es war zum aus der Haut fahren.
Mein Sohn hatte irrsinnige Schmerzen, kalter Schweiß stand ihm auf der Stirn....und es gab kein kaltes Wasser, was wenigstens etwas Linderung verschafft hätte.
Sie legte die Hand auf Mullvlies und durchtränkte es mit gereinigtem Wasser aus der Plastikflasche.....die war allerdings auch nicht kalt. Mein Sohn war einem Kollaps nahe, als endlich der Arzt erschien.
Es ist nicht zu fassen....er stand 2 Meter von uns entfernt und sagte nur:" Da können wir auch nicht viel machen". Aber dann machten sie alles doppelt. Erst bekam er eine Flüssigkeit gegen die Schmerzen, dann suchte die Schwester Schmerztabletten heraus, diese hielt der Arzt für nicht ausreichend und gab ihm andere dazu. Ferner wurde ein Rezept geschrieben für Antibiotikum, welches wir aus der Apotheke holen sollten um ihm schließlich doch noch Antibiotikum mitzugeben!
Endlich wurde die Wunde versorgt. Die Krankenschwester cremte die Hand mit Brandsalbe ein. Der Doc schaute auf die Tube und meinte ganz lapidar:" Die Salbe wurde verboten, habt ihr keine Info darüber bekommen?" Mir entglitten die Gesichtszüge. Wo waren wir hier gelandet? Im Versuchslabor für Menschen? Die Schwester merkte wohl...noch ein falsches Wort oder Tat und ich explodiere. Sie schaute mich an und meinte:" Keine Sorge, wir haben die erst bestellt, die hätten wir nicht bekommen, wenn sie verboten wäre."

Nur raus hier und am Besten NIEEEE wiederkommen müssen!!!
 
So sah die Hand nach 14 -Tagen aus, gruselig oder? 




Aber noch eine Ungeheuerlichkeit zum Schluß:
Die Trulla in der Aufnahme, wo wir die 10 Euro Gebühr zahlen sollten, hatte sich ausgesperrt und wartete schon eine Stunde auf den Ersatzschlüssel! Sie bat uns am nächsten Tag (Sonntag) vorbei zu kommen um das Geld zu bezahlen. LmaA!!!!!

Kommentare:

  1. ooooohja... gerade die Situation mit deinem Sohn kommt mir arg bekannt vor. Musste ich als kind auch mal "mitmachen". hab mir die komplette Handfläche schlimm auf der heißen Herdplatte meiner Oma verbrannt (als diese am Salbe einkochen war...)
    Wir haben ewig im Krankenhaus warten müssen, bis wir nur mal etwas neues zum Kühlen bekommen haben. Meine Mutter hat damals einen riesigen Aufstand gemacht, weil sie mir das nicht länger zumuten wollte.
    Die wirklich gute Bahndlung habe ich dann tags drauf bei meinem Hausarzt bekommen.
    Krankenhäuser sind wirklich eine Zumutung....

    Unser Hausarzt hingegen ein Held. WEnns sein muss, dann kommt er für einen NOtfall auch sonntags abends nach 21 Uhr noch in die Praxis, um dir zu helfen oder besucht dich weit nach Feierabend noch zu Hause, wenns schlecht geht.

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  2. Wow, das ist einfach unglaublich!!! Seit der Geburt meines Sohnes war ich nun ein paar Mal im Krankenhaus, einmal davon war ich ziemlich unzufrieden und habe mich recht arg aufgeregt. Da sind locker 3 Stunden für nichts draufgegangen.

    LG,
    Alex

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  3. Oh man... da traut man sich ja garnicht mehr krank zu werden!
    Das ist ja die reinste Horrorgechichte!
    LG

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  4. Das ist wirklich eine fiese Geschichte,nur leider ist es oft so das einer nicht weiß was der andere tut und jedem im Prinzip das eigene Wohl am nächsten liegt
    Deinem Sohn und deiner Mutter Gute Besserung
    Liebe Grüsse für dich
    Patricia

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  5. Also jetzt hab ich direkt mit deinem armen Sohn mitgelitten, denn Brandwunden sind so was von schmerzhaft, schon die kleinste Brandwunde tut schaurig weh.
    Wenn man deinen Bericht liest und sich vorstellt was man selbst in dieser Richtung schon erlebt hat, ist man geneigt nur noch Selbstmedikation zu betreiben. Ich muss aber sagen, dass ich auch sehr gute Erfahrung mit Ärzten gemacht habe, bei denen man den Eindruck hatte, dass sie die Menschen mögen und ihnen helfen wollen.
    Hoffentlich ist bei deinem Sohnemann bald alles vergessen!
    Liebe Grüße von Zaunwinde

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  6. ^^ ich kenne die situationen zu gut.. bin quasi jeden tag damit konfrontiert und kann auch nur noch den kopf schütteln!

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  7. Ja das kenn ich leider und verstehe es nicht, ich hab auch beim Arzt gearbeitet und sowas ist einfach ein Unding.
    Meine 83 jährige Großtante kam vor einigen Tagen ins Krankenhaus, allerdings wollte da keiner was mit ihr zu tun haben, Untersuchung Fehlanzeige, sie sei ja dement und sollte lieber in eine psychiatrische Klinik. Kann einem dementen Menschen nicht auch etwas physisches fehlen??? Unglaublich.
    Ich hoffe deinem Sohn und deiner Mutter geht es bald wieder gut.
    LG und trotzdem eine schönes Wochenende wünscht Cat

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  8. Habe schon von sehr vielen Unzufriedenheit über Krankenhäuser und Ärzte mitbekommen, teilweise war ich auch schon dabei.
    Zum Glück hatte ich noch nie probleme und kann mich echt nicht beschweren, außer vielleicht bei meiner FA, die es nicht für Nötig hielt mich nach eventuell bestehenden beschwerden zu fragen, sondern mir einfach eine andere Pille verschrieb..
    Als ich letzten Sommer ins Krankenhaus kam wurde ich wirklich sehr gut behandelt, man hat mich sofort untersucht (wurde mit Krankenwagen eingeliefert) und die Schwestern haben sehr oft vorbei geschaut und mich gefragt wie es mir geht. Nach einem Tag konnte ich dann auch schon gehen. In manchen Krankenhäusern scheint wohl so einiges schief zu laufen. Ich bin froh, dass bei mir bisher alles gut war.

    Liebe Grüße,
    Jessica

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  9. Kenne ich auch irgendwo her ...

    Ich leide seit mehr als 7 Jahren unter chronischen Schmerzen in beiden Knien (bin wohlgemerkt erst 17), war schon mehr als 5 mal im Krankenhaus, um mich durchchecken zu lassen, doch sie haben nie etwas gefunden.
    Entweder ich wurde wie ein Vollidiot behandelt, weil ich ja noch so jung bin oder, das beste, man sagte mir einfach, ich bilde mit die Schmerzen ein und das wird schon irgendwann aufhören.
    Meine Mutter verlangte dann vor 2 jahren eine MR, wo sie dann feststellten, dass ich in beiden Knien einen Knorpelschaden von Grad 2 habe ... der Arzt meinte dann einfach, das man da sowieso nix machen könnte, wenn sie schon kaputt sind, ich wohl damit leben müsste und die Schmerzen SICHER nicht daher kommen würden. Bis heute ist es nicht besser und ich weigere mich, mich noch einmal untersuchen zu lassen, weil ich genug davon habe, mir sagen zu lassen, dass ich es mir einbilde.

    Wie oben schon erwähnt, sind die Hausärzte da oft sogar besser ..

    Liebe Grüße,
    Vani

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  10. Oh, Gott! Bitte entschuldige, aber da fehlen mir jetzt echt die Worte. Menschenskinder, ich bin echt sprachlos.

    Liebe Grüße, Kirstin

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  11. Frechheit...da sag nochmal jemand das Gesundheitssystem hier auf der Insel würde kränkeln. Man müsse nach Deutschland wenn man etwas wolle.

    Ich verfolge auch so einige Dinge in Deutschland, und sie lassen mich wirklich immer mehr den Kopf schütteln. Vor allem wenn man dann noch soviel für eine KV bezahlen muss, sei es über privat oder auch den Abzügen bei der SV. Wofür bitte zahlt man überhaupt noch.

    Mit alten Menschen so umzugehen ist mir auch schon zu Ohren gekommen. Meiner Mutter wird auch immer gesagt: Was wollen sie eigentlich in ihrem Alter.

    Einfach unverschämt und leider kann man da relativ wenig machen. Selbst bei deinem Sohnemann...sieht ja furchtbar aus, aber selbst wenn Schäden blieben..sie würden doch eh abgewiesen :-(((((

    Drück dich mal ganz dolle und hoffe du hast dennoch ein schönes Wochenende. Hoffentlich auch mit Schlaf.

    Grüssle

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  12. Oh - oh.....da könnte ich auch mitreden.......es ist richtig, richtig übel bei uns geworden! Ich hoffe, es geht Deinem Sohn und Deiner Mama wieder einigermaßen gut?!
    Liebe Grüße
    Gisela

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  13. oh mann (frau) Tinny ... da könnten wir einen eigenen blog aufmachen. Es ist so schlimm wie es in den Krankenhäusern abläuft. Nach meiner Erfahrung macht es auch nichts aus wenn man mit den Sanitätern ins Krankenhaus gefahren wird - man wartet trotzdem im Flur. Meine Mutter hat da schon so oft mitmachen müssen ... und so wie ich gesehen habe ... auch andere. Diese ewig lange Warterei mit Schmerzen ... keiner der kommt und sagt wie es weiter geht ... keine Hilfe oder Info wie man auf eine Toilette kommen kann ... die Dankbarkeit für jedes kleine Lächeln ... man fühlt sich so erniedrigt ... man möchte die Wand hoch und alle anschreien ... und man weiß gleichzeitig dass man abhängig ist ... bleibt freundlich ... ist hilflos ...

    verständnisvolle Grüße von Heidi-Trollspecht

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  14. kann ganz gut verstehen das du da raus wolltest!
    drücke dich mal ganz lieb, kuss-kuss:)

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  15. Ein Dauerbrennerthema... zu dem einem eigentlich nichts mehr einfällt... es ist zum heulen, toben und aufstampfen... Und überalle der gleiche Scheixxx...

    Deinem Sohn gute Besserung; das sieht ja noch schlimm aus...

    Ich schick dir ein Drückerle und viele liebe Grüße
    Josie

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  16. Bin fassungslos! Ein Menschenleben scheint wirklich nicht viel wert zu sein ... echt traurig!

    Gute Besserung an Deinen Sohn!
    Alles Liebe,
    Sonja

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Vielen Dank für die Zeit, die du dir für mich nimmst!