Samstag, 20. Oktober 2012

Bist du Gottes Sohn, dann hilf dir selbst!

                Vogel friss oder stirb!

Diese Sprüche beinhalten so viel Wahrheit, wie ich jetzt erst wieder erfahren musste.

Als meine Ma ins KH eingeliefert wurde habe ich dem Notarzt alle Unterlagen und ihre Medikamente mitgegeben. Ferner machte ich ihn darauf aufmerksam, dass meine Mutter "bettflüchtig" ist. Das heißt: Sie verlässt unkontrolliert und orientierungslos das Bett und neigt zu erhöhter Sturzgefahr!
Dem diensthabenden Arzt sagte ich es ebenfalls noch in der Nacht und am anderen Morgen hatte ich das "Glück" die ganze "Sippe" an Ärztearmada bei meiner Mutter am Bett anzutreffen. Wieder sagte ich mein Sprüchlein auf!
Aber als Angehörige bist du ja "nur doof" und hast dich gefälligst nicht einzumischen!

Ihr könnt euch denken was passiert ist? Schon in der selben Nacht hat meine Mutter, trotz Fieber und schlimmer Bronchitis, das Bett verlassen, sich dabei den Katheder gezogen und ihren Arm blutig geschlagen.

Mir sagte man am nächsten Morgen, sie hätte sich den Katheter selbst raus gezogen und natürlich hätte das weh getan und es hat geblutet.

Erst später erfuhr ich von meiner Tante was wirklich geschehen war. Sie hat es von der Bettnachbarin erfahren. Die Bettnachbarin hat dafür von der Nachtschwester einen "gedeckelt" bekommen weil sie nicht rechtzeitig geklingelt hat. Hat sie! Nur es ist keine Schwester erschienen!

Von da an, traf ich meine Ma nur schlafend an. Sie nahm kaum Nahrung zu sich, wurde aber dafür reichlich intravenös "bewässert"! So stark, dass sie ein geschwollenes Gesicht und Arme hatte.
Ich bat um ein Gespräch mit der Stationsärztin, dass mir erst nach dem WE gestattet wurde.

Die Ärztin war nett und auskunftswillig, was mich aber letztendlich auch nicht weiter brachte. Die geschwollenen Arme seien lagerungsbedingt. Ferner bat ich um Hinzuziehung des Neurologen weil ich meinte, es sei total unnormal das meine Mama immer schliefe, und ob sie auch wirklich IHRE Medikamente bekäme?!.
Da mischte sich die Krankenschwester ein und meinte: " Das ist alles richtig so wie sie es machen."
Und es war NICHT richtig! Statt des Retard (gibt den Wirkstoff nach und nach ab) Medikaments bekam sie das Normale, was wie ein "Hammer" wirkte!

Der Neurologe reduzierte die Menge und verschrieb zusätzlich Tropfen.....aber wieder das "normale" Medikament!!!! Meine Ma schlief weiterhin!

Man wollte meine Ma bis zu diesem WE noch beobachten und dann gegebenenfalls entlassen.

Am Mittwoch bekam ich die Nachricht, dass sie Donnerstag entlassen würde. Ein vollgedröhntes Menschlein, was nicht selbstständig ass und trank und immer noch heftigen Husten hatte. Zudem hatte sie wieder einen Katheder angelegt und ich war darüber verwundert........warum für eine Nacht???????

Man hatte wohl endlich bemerkt, dass sie zu viel Flüssigkeit bekommen hatte und die geschwollenen Arme kein "Lagerschaden" war, also bekam sie Entwässerungspillen und  dabei hat sie mächtig das Bett nass gemacht. Das war zusätzliche Arbeit und darum wurde wieder ein Katheder gelegt!

Am Mittwoch bestellte ich den Pflegedienst für Donnerstag Abend. Ich rief den Hausarzt an, damit er Freitag vorbeikommt und dass Rezept mit den zusätzlich verordneten Medikamenten mitbringt und die Wunde an ihrem Arm fachmännisch versorgt wird.

Dann sprach ich mit dem Neurologen, wo meine Mutter in Behandlung ist und der auch im KH nach ihr gesehen hat. Ich fragte warum sie andere Medikamente nehmen müsse, wo sie doch mit den alten gut eingestellt war.
Ihm war nicht aufgefallen das Mutti seine Patientin war und er revidierte sofort die Medikamention und ich sollte das bewährte Mittel verabreichen.

Am Freitag bekam ich einen Anruf aus der Arztpraxis und der Hausbesuch wurde wegen Notfälle abgesagt!!!! "Aber ich brauche doch das Rezept", sagte ich "und der Verband ist durchnässt und muss gewechselt werden"! Der Verband muss dann bis Montag warten und das Rezept könnte ich bis um 13 Uhr in der Praxis abholen. "Soll ich jetzt meine Mutter alleine lassen um zu ihnen zu kommen", fragte ich? "Ja ich kann es ihnen auch nicht bringen", war die Antwort.

Verlass dich auf andere und du bist verlassen!!!

Nun ist meine Mutter wieder zu Hause. Abgemagert, bettlägerig! Und ich habe die grösste Mühe, ihr Essen und Trinken zuzuführen. Ich mache mir grösste Sorgen!!!
                                             Drückt uns die Daumen!!!


Kommentare:

  1. Ach du Scheiße :(
    Meine Daumen sind dir und deiner Mama sicher!

    Ich wünsch dir Kraft und Zuversicht.
    LG vom Schäfchen

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  2. WORAUF DU DICH VERLASSEN KANNST!
    ... ansonsten habe ich keine Worte.... und das soll was heißen!!!!!!!
    LG

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  3. Mir fehlen die Worte...aber so ähnlich habe ich es mit meiner Mama auch erlebt....keiner will, daß sich die Angehörigen einmischen.....ich drücke die alle Daumen.....und wenn du dich erst mal für eine Kurzzeitpflege entscheidest? Ich weiß auch nicht, was da die richtige Entscheidung wäre....
    Wünsch dir Kraft!
    Liebe Grüße
    Gisela

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  4. Was für eine traurige Geschichte, das tut mir sehr leid.
    Ich wünsche deiner Mutter alles Gute und hoffentlich erholt sie sich wieder.
    Es ist einfach nur zum kopfschütteln.
    LG Cat

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  5. Liebe Tinny♥♥♥
    Selbstverständlich drücke ich euch die Daumen!!!
    Ich bin total sprachlos über das was du erleben musstest. Es ist doch immer das Selbe...wie oft habe ich das schon erlebt wenn ein alter Mensch von uns ins KH kommt läuft er meistens noch aber kommt er dann wieder, ist er bettlägrig und muss verabreicht werden. Ich finde es einfach nur noch schrecklich und skandlös wie mit unseren alten Menschen umgegangen wird....und keiner ist da der dir in solch einer Situation behilflich ist. Die Götter in weiß machen ja keine Fehler...pah!!!
    Liebe Tinny, wenn du es nicht alleine schaffst mit deiner Mama dann wär die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege wirklich sinnvoll denn da wird deine Mama wieder augepäppelt und bekommt die optimale Pflege...TAG und NACHT!
    Ich hoffe das bald ein kleiner Lichtstrahl dir den Weg aus deiner Notlage (für mich ist eine eine) zeigt und du und deine Familie etwas Frieden finden können. Für deine Mama meine herzlichsten Besserungswünsche und dir ganz viel Kraft und alles Liebe.

    Fühl dich von mir in den Arm genommen lieb Tinny♥♥♥

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  6. Mein lieber Herr Gesangverein ... sowas nimmt arg zu in den Krankenhäusern, da musst Du bald selbst mitgehen wenn du einen Angehörigen hast, damit der anständig Versorgt wird. Die machen nur noch das allernotwenigste in den Kliniken, das habe ich bemerkt als mein Mann drin lag, 3 Wochen wusste kein Mensch was er hat, es wurde alles behandelt nur nicht das Richtige. Der Sohn unseres Hausarztes ein ganz ganz junger Arzt frisch aus dem Klinikpraktikum wusste die Antwort innerhalb 10 Min. die sich dann bestätigte. Da frag ich mich was haben die denn im Krankenhaus drei Wo. lang gemacht? Gepennt ???
    Der Bettnachbar meine GöGa kam aus dem OP war noch im Tiefschlaf als wir das Zi. verließen, der viel raus , schaffte sich unters Bett und lag mind. 2 Std. so rum, meine Tochter entdeckte ihn durch Zufall, als sie das Fenster öffnen wollte, der lag so das wir ihn von vorne nicht sehen konnten, das muss man sich mal vorstellen, da haste keine Worte mehr. Die Krankenschwestern wurden noch pampig weil wir ihn haben aus dem Bett kullern lassen, dabei waren wir vorher spazieren. Die wälzen den Job auf die Patienten ab.
    Heute musste zusehen, dass Du ja nicht Krank wirst.
    Ich drücke dir die Daumen das du deine Mom bald wieder da hast bevor sie in die Klinik kam .
    Gute Besserung für dein Mami und dir viel Kraft das durchzuhalten.

    LG Kerstin

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  7. Das zu Lesen tut richtig weh. Und es ist einfach nur traurig.
    Ich bin richtig fassungslos, so sehr, dass mir richtiggehend die Worte fehlen.

    Ich denke ganz fest an Euch! Das ist leider das Einzige, was ich aus der Entfernung tun kann.

    Liebe Grüße
    Rea

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  8. Ich drück euch auch alle Daumen die ich hab.

    LG Petra

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  9. Meine Güte liebe Tinny Mey,

    was für eine Krankenhaus-Farce!!! Ganz ganz typisch für den furchtbaren Pflegekräftemangel und den grausigen Personaleinsparungen überall. So kann man Menschen auch nicht richtig pflegen im Krankenhaus. Wenn die Krankenschwestern nicht gefühlte 1Mio Aufgaben hätten und nicht ständig überarbeitet wären (so wie die Ärzte auch) wäre alles ganz anders. Denn ich glaube trotz allem daran, das jeder der Krankenschwester wird, es aus einem bestimmten Grund tut: nämlich Menschen zu helfen. Leider ist dies nicht mehr gewünscht von unserer furchtbaren Gesellschaft. Keine Zeit mehr...für die Menschen!
    Ich bin mir sicher, Du wirst deine Mama bald wieder aufgepeppelt haben. Hab etwas Geduld, denn das Medikament muss sich erstmal wieder seinen normalen Spiegel aufbauen im Körper, und sie muss erst alles verarbeiten. Dann wird sie ganz bestimmt bald wieder besser essen und trinken :)
    Ich denke an Euch.
    Herzlich,
    Anni

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  10. Huhu meine Liebe,
    das ist richtig, richtig schrecklich, wie in den Krankenhäusern mit Menschen umgegangen wird. Habe es selbst damals bei meiner Ma erlebt. Ich wünsche dir und deiner Ma alles Liebe und viel Kraft.
    LG Sabine

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  11. Das hört sich schlimm an . Ich wünsche dir und deiner Mutter alles erdenklich Gute . Liebe Grüsse Heike

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  12. ach Tinny, ich drücke beide Daumen und Zehen.
    Mir kommt das alles so bekannt vor. Dieses Ausgeliefertsein ... das Gefühl nicht gehört zu werden ... das Gefühl der Unsicherheit ... das Misstrauen ... die Verlogenheit ... die Missachtung ... die Heimlichtuerei ... die Bürokratie ... die Unzuverlässigkeit ... die Unfreundlichkeit ... ach ... ich könnte so weiter schreiben ... will ich aber gar nicht. Ich will dir Mut machen. Ich will dass es deiner Mutter und dir wieder besser geht.
    Ich umarme dich ...
    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  13. Oh wie schlimm....das sag nochmal jemand die Versorgung wäre auf der Insel sooo schlecht und in Deutschland wäre ja alles viel besser geregelt.

    Ne ne ne....mittlerweile ist es wohl mehr als ein Trauerspiel was da vor sich geht. Anstatt noch froh zu sein dass du die auf die Besonderheiten hinweist, immerhin pflegst du sie ja schon lang genug, neee, da wirste noch dumm angemacht.

    Wirklich schlimm, und es tut mir so unglaublich leid!!!! Kann mich auch Jurikas Worten nur anschliessen, vielleicht wäre ne Kurzzeitpflege jetzt richtig, denn nicht dass du ansonsten noch aus den Latschen kippst.

    Lass dich von mir drücken und liebe Grüsse schicken♥

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  14. Bin fassungslos ...
    Liebe Tinny, selbstverständlich werden hier sämtliche Daumen für Dich und Deine Ma gedrückt. Und ich wünsche Dir auch weiterhin viel, viel Kraft!

    Liebste Grüße,
    Sonja

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  15. Ich kann hier gar nichts sagen, nur, dass ich an dich denke und dir viel kraft schicke und alles gute wünsche...

    mit lieben, lieben grüßen

    Claudia

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  16. Um Gotteswillen -.- Das mit den Krankenhäusern und Ärzten ist mir momentan sowieso ein Dorn im Auge.

    Mein Vater hatte ein Narbenbruch und sollte operiert werden.

    So weit so gut, eigentlich sollte nur ein Netz eingesetzt werden und nach 3 Tagen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Quietschlebendig geht er ins Krankenhaus und was war?

    Zwischenzeitlich mussten sie ihn ins Koma legen und sie sahen schwarz. Sie sagten das er wohl nicht mehr aufwacht und wenn dann extremer Pflegefall wird!!!

    UNGLAUBLICH!
    Ein verdammte kleine Operation!

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Vielen Dank für die Zeit, die du dir für mich nimmst!