Donnerstag, 11. Oktober 2012

Der böse Traum

Ich träume wenig oder besser gesagt, ich erinnere mich selten an meine Träume.
Von Montag auf Dienstag hatte ich einen merkwürdigen Traum, der mir auch ein wenig Angst machte.
Dann vergaß ich ihn  und weckte meine Ma um sie für ihren Aufentalt in der Tagespflege fertig zu machen.
Ma hatte über Nacht Husten bekommen und ihre Stimme war belegt, aber sie hatte kein Fieber und fühlte sich soweit gut.
Am Abend brachte man sie im Rollstuhl zurück, weil sie Fieber hatte und der Husten schlimmer geworden war.
Der Fahrer der Tagespflege ist sooo nett. Er legte meine Mutter ins Bett, während ich den Arzt anrief. Wie immer in solchen Situationen.....der/ihr Arzt war nicht mehr erreichbar. So rief ich die neue, bundesweit geltende Rufnummer an :

                                                                116117

Sehr störend wenn man erst Info abhören muss um dann die Postleitzahl einzutippen um mit der diensthabenenen Leitstelle verbunden zu werden.
Aber dort sitzt ein realer Mensch. Man gibt Auskunft um was es geht und er bestätigt, dass der Arzt so schnell wie möglich kommen wird.
Das "so schnell wie möglich " hat zwei Stunden und einen weiteren Anruf von mir , gedauert.

Der Zustand meiner Ma hatte sich aber in der Zwischenzeit (zum Glück) nicht verschlimmert, im Gegenteil, Tee und Hustensaft taten ihr merklich gut und das Fieber sank. Da wurde mir schon etwas leichter ums Herz und als die eintreffende Ärztin eine Bronchitis bescheinigte, was zwar nicht schön aber im Moment nicht bedrohlich sei, war ich langsam wieder im "grünen Bereich".
Während ich Ma bettfertig machte, tummelte sich die ganze Nachbarschaft, vorbeifahrende Autofahrer und schliesslich auch mein Mann, draussen auf unserem (schmalen) Zufahrtsweg um der Ärztin zu helfen, die mit ihrem Auto fast die Böschung runter gefahren war und nun feststeckte. OMG, was für ein Tag!

Bei mir wollte sich der Schlaf nicht einstellen, so schaute ich um Mitternacht nochmal nach Mutter um mich dann auch ins warme Bett zu kuscheln.

Kurz vor 3Uhr wurde ich von Geräuschen geweckt. Ich rannte in das Zimmer meiner Ma wo ich sie  röcheld und "gurgelnd" vorzufand. Ich versuchte alles um sie zum abhusten zu bringen was nicht gelingen wollte, derweil ich mehr und mehr in Panik geriet. Die

                                                                  112

                                 ist die Rufnummer für Feuerwehr und Notarzt.

Ma wurde mitgenommen, ich WAR mitgenommen und das verstärkte sich noch, als ich eine halbe Stunde später mit der Klinik und dem nachtdiensthabenden Arzt telefonierte.
Er wollte wissen  ob wir eine Patientenverfügung haben. (Keine Patientenverfügung, aber eine Vollmacht für alle medizinischen Dinge, die meine Mutter betreffen. Hinterlegt bei ihrem Hausarzt!) Dann sagte er, dass es bei älteren Menschen zu Komplikationen führen könnte und ob ich eine Wiederbelebung und Beatmung wünsche................................
.........................da war ich fertig mit der Welt! Ich hatte die grössten Befürchtungen und tigerte in der Wohnung umher. Um halb sechs bin ich nur deshalb ins Bett geschlüpft weil mir kalt war und ich viel zu viel geraucht hatte, denn schlafen konnte ich nicht.

Zu ihrer Krankheit hat sie auch noch einen Demenzschub. Nachdem sie den ganzen Mittwoch verschlafen hatte, war sie abends als ich kam, sehr unruhig und wollte sich die Schläuche herausziehen. Ferner lag sie jedesmal ganz platt im Bett, den Hals überstreckt  und jedesmal erhöhte ich das Kopfteil und schob ihr das Kissen unter den Nacken.
Beim dritten mal sagte ich der Schwester, das meine Mutter nur mit erhöhtem Kopf und gerader Halslage schlafen könnte. Ich hatte das Gefühl, es interessierte sie nicht.

Weil meine Ma ja im KKH keine Hörgeräte im Ohr hat muss man sich sehr nahe zu ihr beugen und deutlich sprechen. Das tat ich. Um sie zu beruhigen erzählte ich ihr schöne Dinge und hielt ihre Hand. Langsam entkrampfte sie sich und schlief ein. Das war gestern abend. Nun gehe ich wieder zu ihr und hoffe, sie etwas gesünder vorzufinden und der böse Traum sein Ende nimmt!


Kommentare:

  1. Oh Mann :( *gänsehauthab*
    Ich wünsch deiner Ma gute Besserung und dir viel Kraft!

    LG vom Schäfchen

    AntwortenLöschen
  2. Oh man, das klingt ja gar nicht erfreulich.
    Ich wünsche deiner Ma gute Besserung und dir einen schönen Traum, damit der böse Traum endlich weicht.
    fühl dich gedrückt
    Eurydike

    AntwortenLöschen
  3. Da hattest du ja echt einen schlimmen Tag und Nacht menno. Alles Gute für deine Ma und auch für dich. Hoffe es geht ihr bald wieder besser. Dann wird für dich auch der Alptraum vorbei sein.
    Ich wünsch dir viel Kraft.

    LG Paula

    AntwortenLöschen
  4. .... Alles gute für Deine Mutter und Dich, und aus eigener Erfahrung ( als Pflegekraft und als Anghörige) : zeige Präsenz im Krankenhaus, lass die Leute dort wissen, daß Deine Mutter NICHT ALLEIN !!! ist. Das ist ganz wichtig.

    Es grüsst Dich die Miesi

    AntwortenLöschen
  5. Fühle dich einfach mal in den Arm genommen... hole tief Luft und lass dich für einen kurzen Moment fallen..... !!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    LG

    AntwortenLöschen
  6. Alles Gute für die Ma, ich kann mir vorstellen wie das an den Nerven zerrt.
    Man möchte ja die Mutter nicht verlieren, ich hoffe es wird alles gut und Du kannst auch wieder aufatmen.

    LG
    Brigitte

    AntwortenLöschen
  7. Liebe TinnyMey,

    was für ein Albtraum! Ich kann nur zu gut verstehen, wie Du Dich gefühlt haben musst.
    Ich arbeite jeden Tag mit Eltern, deren Kinder gerade aus der Klinik kommen und frisch operiert oder transplantiert sind, und deine Geschichte erinnert mich an viele viele Gespräche mit meinen Patienten.
    Man denkt immer Deutschland sei so fortschrittlich, aber das der Mensch als seiner selbst dabei total vergessen wird ist leider leider an der Tagesordnung! Niemand hat mehr Zeit oder Geduld sich "näher" mit den Menschen und in deinem Fall deine Mama zu kümmern.
    Deshalb finde ich es sagenhaft toll wie Du deine Sache machst! Du machst alles richtig: nämlich mit Liebe!!!

    Herzlichste Grüße, und gute Besserung für deine Ma!
    Anni

    AntwortenLöschen
  8. Ach liebe Tinny...
    ich hoffe mit dir und schick dir all meine guten Gedanken. Es ist gut und schön, das du jetzt bei deiner Ma bist denn sie wird selbst voll Angst sein und so spürt sie deine Liebe und fühlt sich nicht allein gelassen.
    Alles Liebe für dich und deine Ma liebe Tinny♥
    Meine Gedanken sind bei dir
    die Jurika

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Tinny , ich hoffe das es deiner Mama wieder besser geht . Ich wünsche ihr und dir alles Gute . Liebe Grüsse Heike

    AntwortenLöschen
  10. ach liebe Tinny, ich kann so gut mit empfinden wie es dir geht. Da geht der Puls rauf und runter. Ich drück dich auch in Gedanken - und hoffe dass es deiner Ma - und damit auch dir inzwischen (oder bald) wieder besser geht.
    Ganz dicker Knuddel von Heidi-Trollspecht

    AntwortenLöschen
  11. Auch von mir die allerbesten Wünsche und dass es deiner Mum bald wieder besser geht. Für dich all die Kraft die du brauchst. Das ist bestimmt ein Alptraum für dich und es ist schön dass du mit deiner Anwesenheit deine Mum wieder beruhigen konntest.

    Ich hoffe der gestrige Tag war nicht ganz so schlimm und auch du konntest ein wenig zur Ruhe finden....und vor allem auch Schlaf bekommen. Der ist nötig, nicht dass du noch umkippst.

    Lass dich von mir feste in den Arm nehmen und drücken.

    Alles Liebe♥

    AntwortenLöschen
  12. Du Süße, mir fehlen die Worte ...
    Habe ich nicht eben noch geschrieben, ich freue mich darüber, dass Du Zeit zum Kraft tanken hast?
    Liebe Tinny, bei allem, was Du auch für Deine Ma tust, um ihr zu helfen - bitte, bitte, vergiss DICH dabei nicht! Wenn Du zusammengeklappt am Boden liegst, bist Du niemandem mehr eine Hilfe! Bitte pass auf Dich auf!!! ♥♥♥
    Deiner Ma wünsche ich viele "wache" Momente, in denen sie ihre wunderbare Tochter erkennt! Und Dir wünsche ich unendlich viel Kraft und eine ordentliche Mütze erholsamen Schlaf! ♥♥♥

    Alles, alles Liebe,
    Sonja

    AntwortenLöschen
  13. ich schaue nur mal so vorbei ... und lass einen lieben Gruß da ...

    AntwortenLöschen
  14. ich denke an dich Tinny ... und schicke liebe Gedanken durch den pc

    AntwortenLöschen
  15. Oh mann.......ich habe es jetzt erst gelesen - weil ich dich schon vermisst habe! Diesen Post habe ich wohl übersehen......Mensch! Ich drück dich, und hoffe mal, daß es wieder besser geht! Ich kann es dir so nachfühlen...
    so ähnlich habe ich es auch hinter mir.....ich denke fest an dich, und hoffe das Beste für euch!
    Liebe Grüße
    Gisela

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für die Zeit, die du dir für mich nimmst!