Dienstag, 13. August 2013

Von ganz unten, nach ganz oben................

...............................und wieder zurück!
Dies ist eine wahre Geschichte!

Als ich Kind war, wohnten Familien mit vielen Kindern, wenig Geld und/oder strafauffälligem Hintergrund in einem sogenannten "Familienhaus". Ein Ghetto! Auf die Bewohner wurde mit Fingern gezeigt und uns "normalen" Kindern wurde "eingebleut" uns nicht mit den "Schmuddelkindern" einzulassen.

Viele habe ich im Laufe der Jahre aus den Augen verloren oder erinnere mich nicht mehr an sie. Andere sind der Stadt "treu" geblieben und haben den Absprung in ein normales Leben nie geschafft. Manche leben im besten Fall von Hartz 4 ,andere dealen, stehlen, sind Drogenabhängig  und haben schon ein Gefängnis von innen gesehen.

In diesem Haus lebte auch die Familie F. mit vier Kindern. Alle Kinder mit ungenügender Schulbildung, schmutzig und auffällig.
Drei der vier Kids, habe ich als Erwachsene nie wieder gesehen. Aber einen! Und das ist seine Geschichte:

Tom (Name von der Autorin geändert) ging, genau wie seine Geschwister, in die Sonderschule. Das "Familienhaus" wurde abgerissen und die Bewohner suchten sich neue Wohnungen. Von da an habe ich Tom nicht mehr gesehen.

Eines Tages war er wieder da.
In der Zwischenzeit hatte Tom einen Schulabschluss gemacht, eine Friseurlehre abgeschlossen, besuchte die Meisterschule und
eröffnete seinen eigenen Friseursalon, der von Anfang an ein Renner in der Stadt war.




Aus dem Friseur wurde ein Coiffeur !
Er frisierte auf Modeschauen und andere grössere Anlässe. Die Damen mit Geld liessen sich nur von ihm die Haare schneiden.

Bald kaufte er ein Haus in bester Innenstadtlage, zog mit seinem Salon ein und eröffnete eine Beautyloung in der zweiten Etage. Eine himmlische Karriere. Und dabei blieb er freundlich, auch zu "Nichtkunden", engagierte sich in der Stadtpolitik und bekleidete kleinere Ämter.
Das er schwul war, störte niemanden. Im Gegenteil, alle gönnten ihm sein Glück und Erfolg. 
Aber macht Erfolg süchtig? Ist Glück planbar? Ist man glücklich, wenn man reich ist?

Ich weiß nicht was dann passiert ist. Lag es an den vielen Festen und Partys oder war der Erfolgsdruck zu groß geworden?........Tom trank auffällig viel und musste in die Klinik. Natürlich Privat! Und das immerwieder.
Depressionen kamen hinzu. Private Probleme, Schulden, Trennung und der Verkauf des Privathauses und des Geschäftes.
Tom war nur noch Angestellter in seinem ehemaligen Salon.

Vor einigen Wochen sprang er von der Brücke in den Fluss und kam mit kleinen Blessuren ins Krankenhaus. Dort sprang er aus dem Fenster, was er ebenfalls überlebte.
Vor einigen Tagen fand man ihn leblos in seiner Wohnung
Trauriger, reicher, armer Mann.

Kommentare:

  1. Das macht mich wirklich traurig.

    Glück planbar?? Da fängt es schon an, was versteht man selber unter Glück. Auf Reichtum bezogen kann es planbar sein, entweder durch eigene ideale Ideen, Erfolge und Umsetzung oder durch die Abgebrühtheit in dem man über Leichen geht. Wie kann ein Mensch damit umgehen...einige schaffen es, andere wieder nicht. Ich denke mal es liegt an der inneren Leere.

    Wie man ja auch bei Tom sehen kann...Erfolg, er hat alles besessen, auch Gesellschaft auf Partys, aber wirkliche Freunde, einen Partner zum Anlehnen hatte er wohl nicht, denn die hätten diesen argen Zerfall sehen müssen.

    Ich kenne ein schönes Sprichwort von Orson Welles (habe ich auch schon im Archiv für den Blog):

    Wir kommen allein auf die Welt,
    wir leben allein, wir sterben allein.
    Nur Liebe und Freundschaft
    können uns für einen Augenblick
    die Illusion verschaffen,
    nicht allein zu sein.



    Trotz traurigem Thema wünsche ich dir dennoch einen schönen Tag und sende liebe Knuddelgrüsse

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  2. Oh Tinny , das ist eine traurige Geschichte . Das tragische ist , das er , obwohl er die nicht so schöne Seite kannte , nicht an der guten Seite festgehalten hat . Das Leben kann schon grausam sein oder was man daraus macht .
    Liebe Grüsse Heike

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  3. Schrecklich ... das Leben kann einen schon beuteln, man kann nicht in die Köpfe der Menschen schauen, es ist tragisch was da passiert ist. Es geht vielen Menschen so ... manche sehen keinen anderen Weg mehr.

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  4. Tja... einige Menschen können mit ihrem Reichtum nicht umgehen und scheitern letztendlich kläglich.
    LG

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  5. eine sehr traurige geschichte, aber ich schliesse mich GiTo an, manche können mit dem reichtum nicht umgehen.
    gglg

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  6. ja - eine traurige Geschichte.

    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  7. Liebe Tinny,
    vielleicht konnte er seine Kindheit nie ganz
    verdrängen. Eine sehr traurige Geschichte.
    Einen schönen Resttag wünscht dir
    Irmi

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  8. Ja, schlimm so was und leider kein Einzelfall.

    Liebgruß,
    Tiger
    =^.^=

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  9. Das ist wirklich sehr traurig. Er war vermutlich nie richtig glücklich, trotz des Erfolges.
    LG Sabine

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  10. Dabei hat er wirklich so viel geleistet ... offenbar stand er enorm unter Druck! Es tut mir sehr leid für ihn und ich schicke seiner Seele viel Liebe.

    Alles Liebe von Rena

    www.dressedwithsoul.blogspot.de

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Vielen Dank für die Zeit, die du dir für mich nimmst!